Der lyrische Augenblick als Paradigma des modernen Bewusstseins (Promotionsprojekt)

Kant, Schlegel, Leopardi, Baudelaire, Rilke


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Montag, 01. November 2010
Projektende
Freitag, 01. November 2013
Status
abgeschlossen
Hochschule
Universität Bonn, Università degli studi di Firenze. Paris IV Sorbonne
Stadt der Hochschule
Bonn, Paris IV, Florenz
Weiterführender Link
http://www.romanistik.uni-bonn.de/die-bonner-romanistik/lehrende/herold
Thematik nach Sprachen
Italienisch, Französisch
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Rilke Rainer Maria, Baudelaire Charles, Leopardi Giacomo, Ästhetik, Natur, Moderne, Romantik, Philosophie, Lyrik

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Milan Herold

Passiv beteiligte Person(en)

(z.B. Betreuer, Berater)

Michael Bernsen


Exposé

Der Ausgangspunkt ist die Frage, welche Gemeinsamkeiten zwischen Leopardi, Baudelaire und Rilke hinsichtlich ihrer poetologischen Konzeption und lyrischen Umsetzung des Begriffs des Augenblicks bestehen.
Alle drei Dichter verbindet – und das macht ihre spezifische Modernität aus –, dass ihre (berühmtesten) Gedichte negative Augenblicke ausdrücken bzw. der Logik in sich gebrochener Zeitlichkeit folgen.
Damit entsprechen sie nicht der Logik des Goetheschen fruchtbaren, erfüllten Augenblicks, sondern reflektieren ironisch die Unmöglichkeit, dass die romantische Sehnsucht nach Totalität und Ewigkeit erfüllt wird.
In einem ersten theoretischen Teil wird der Begriff des modernen Bewusstseins eingeführt als das Bewusstsein der Moderne innerhalb der philosophischen Ästhetik. Kants Ästhetik und Schlegels Erweiterung werden als einzige unserer Moderne adäquate Position der klassischen Philosophie entwickelt, die sowohl was Kunstwerke als auch was ästhetische Erfahrung im Kern bedeuten, erfasst.
Als Vermittlungsfigur wird die bei Kant formulierte Theorie des Erhabenen, die sich zugleich als Strukturprinzip der romantischen Dichtung verstehen lässt, eingeführt. Die grundlegende These soll sein, dass die untersuchten Dichter die romantische Idee eines unproblematisch-autonomen Subjekts und damit auch die lyrische Inszenierung des Augenblicks als erfüllten aufgeben. Wie sich diese Koppelung bzw. Entkoppelung von Ich und Augenblick entwickelt, soll anhand der Lyrik beobachtet werden.


Anmerkungen

Gründungsmythen Europas in Literatur, Kunst und Musik (trinationales Graduiertenkolleg. Bonn, Paris, Florenz)

Ersteller des Eintrags
Milan Herold
Erstellungsdatum
Donnerstag, 08. Dezember 2011, 10:25 Uhr
Letzte Änderung
Freitag, 30. Dezember 2016, 21:52 Uhr