Le "roman historique" du Marquis de Sade (Promotionsprojekt)


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Freitag, 01. Oktober 2010
Status
laufend
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg / Paris 4 - Sorbnne
Stadt der Hochschule
Halle a.d. Saale / Paris
Weiterführender Link
http://www.exzellenz-netzwerk-arw.uni-halle.de/forschungsprojekte/graduiertenkolleg/vallenthini.htm
Thematik nach Sprachen
Französisch
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
pornographisches Schrifttum, Libertinage, Marquis de Sade

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Michèle Vallenthini


Exposé

Natur, Macht und Geschichte: Thematische Verschiebung und skripturale Umcodierung im Werk des Marquis de Sade

Das Ziel des Dissertationsprojekts besteht in der Erarbeitung eines neuen Zugriffs auf das Œuvre des Marquis de Sade.

Der Weg dorthin führt in einem ersten und grundlegenden Schritt über die Wahl bisher wenig bzw. nicht angemessen beachteter Werke, aus deren Untersuchung sich mithin neue Impulse gewinnen lassen: des Briefromans ‘Aline et Valcour ou le roman philosophique’ und ferner der historischen Romane des Autors. Diese Fokussierung wird durch gelegentliche Seitenblicke auf das bekanntere pornographische Schrifttum des Marquis ergänzt.

Der thematische Zugriff folgt einer breitgefächerten Fragestellung unter den Leitbegriffen Natur, Macht und Geschichte. Diese interpretatorische Herangehensweise ermöglicht ein vielfältiges Ausschöpfen verschiedener gnoseologischer Modelle und erlaubt es weiter, das Werden bzw. die Facetten der Entwicklung des sadeschen Werks ins Auge zu fassen.

Darüber hinaus lotet die gewählte nicht-statische Perspektive (mindestens) zwei weitere Aspekte aus: Mit der Thematisierung der Begriffstriade ‘nature’, ‘pouvoir’ und ‘histoire’ eröffnet sich, erstens, der Blick auf einen Diskurs, der sich sukzessiv nicht nur in Sades Werk selbst, sondern auch in der Sade-Kritik vom 18. Jahrhundert bis heute entfaltet. Diese Entwicklung soll in der projektierten Arbeit im Sinne einer diachronen Hermeneutik kritisch nachvollzogen werden. Zweitens wird es darum gehen, die Serialität – sowohl in den Romanen de Sades als auch im Kritikerdiskurs – herauszuarbeiten, um so die thematischen Verschiebungen und skripturalen Umkodierungen sowohl der Texte von Sade als auch der anschließend auf sie bezogenen Meta-Texte festzustellen.

Die Arbeit möchte den Roman ‘Aline et Valcour’ mithin als Scharnierstelle fokussieren, als Umschlagplatz im Werke Sades, an dem Macht und Natur sich in signifikanter Weise kreuzen und die Historie erstmals Eingang findet, bevor sie in seinen historischen Romanen eine umfassende Tragweite gewinnt. Hierbei werden, unter der Grundannahme der Kategorialität des Pornographischen, die ‘Umkodierungen’, Verschiebungen und Vertauschungen im Œuvre de Sades als zentrales Moment zu werten sein. Die Untersuchung des von der Sade-Rezeption bisher vernachlässigten Romans ‘Aline et Valcour’ führt also zur Bestimmung neu zu wertender Kategorien und Prozesse, denen in einem zweiten Schritt im – früheren wie späteren – Gesamtwerk nachgespürt werden soll. Deren eingehende Theoretisierung mündet in die Erfassung des historischen Umschlags und Ausgangs der sadeschen ‘écriture’.


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Michèle Vallenthini
Erstellungsdatum
Dienstag, 26. Juni 2012, 01:13 Uhr
Letzte Änderung
Dienstag, 26. Juni 2012, 01:13 Uhr