Gaskognische Einflüsse im Baskischen (Sonstiges Projekt)


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Montag, 01. April 2013
Projektende
Dienstag, 30. September 2014
Status
abgeschlossen
Weiterführender Link
www.uni-bamberg.de/romling/forschung/
Thematik nach Sprachen
Sprachübergreifend, Okzitanisch, Baskisch
Disziplin(en)
Sprachwissenschaft
Schlagwörter
Dialektologie, Gaskognisch, Baskisch, Sprachkontaktforschung

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Martin Haase


Exposé

Der Kontakt zwischen Baskisch und Gaskognisch im Süd-Westen Frankreichs (und in früherer Zeit auch im spanischen Baskenland) ist aus verschiedenen Gründen interessant:

  • die beiden Sprachen sind nicht miteinander verwandt,
  • sie unterscheiden sich sprachtypologisch sehr stark,
  • sie sind seit langer Zeit in Kontakt (seit der Entstehung des Gaskognischen durch die Romanisierung von Baskischsprechern in Aquitanien).

Schon in Haase (1992) konnte gezeigt werden, dass im französischen Baskenland nicht allein dem Französischen die Rolle einer Kontaktsprache zukommt, sondern dass das Gaskognische die wichtigste Kontaktsprache im nördlichen Baskenland, besonders in Niedernavarra und Soule ist, wo es bis heute eine gaskoginisch-baskische Mehrsprachigkeit gibt. Mit dem Erscheinen des Baskischen Sprachatlasses (seit 2008) wird nun immer klarer, dass sich zahlreiche Merkmale von der Zone der gaskognisch-baskischen Mehrsprachigkeit ausbreiten. Damit ist klar, dass der Nord-Osten nicht – wie bisher oft angenommen – ein Reliktgebiet ist, sondern eine Innovationszone.

Die diachronische Auswertung von synchronen Atlaskarten legen drei Schlüsse nahe:

  • Auch zwischen nicht-verwandten Adstraten kann es zu grammatischen Veränderungen in der Replika-Sprache (d.h. der entlehnenden Sprache), also hier im Baskischen (bzw. in Varietäten des Baskischen) kommen. Dies wurde schon in Haase (1992) gezeigt. Nun erhärtet sich die Evidenz durch die Materialien des Sprachatlasses.
  • Die neuen Strukturen treten mehr oder weniger stark in Erscheinung. Diese Variation ist abhängig vom Wunsch der Sprachgemeinschaft, sich mehr oder weniger von den Nachbarn abzugrenzen und davon, ob die Strukturen als fremd erkannt werden.
  • In den Bereichen der Grammatik, die sich einer bewussten Kontrolle durch die Sprecher entziehen (wie vor allem im Bereich von Phonetik und Phonologie), werden die kontaktbedingten Innovationen besonders leicht aufgenommen.

Anmerkungen

Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem baskischen Sprachatlas Euskal Herriko Hizkeren Atlasa

Ersteller des Eintrags
Martin Haase
Erstellungsdatum
Mittwoch, 03. Juli 2013, 22:07 Uhr
Letzte Änderung
Dienstag, 26. November 2013, 12:42 Uhr