Das Fremde im Spiegel des Selbst (Promotionsprojekt)

Deutschland seit dem Mauerfall aus Sicht französischer, italienischer und spanischer Deutschlandexperten


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Montag, 01. Januar 2007
Projektende
Mittwoch, 30. September 2009
Status
abgeschlossen
Hochschule
Universität Passau
Stadt der Hochschule
Passau
Thematik nach Sprachen
Spanisch, Italienisch, Französisch
Disziplin(en)
Medien-/Kulturwissenschaft, Romanistik
Schlagwörter
Stereotypen, Fremdwahrnehmung, Selbstwahrnehmung

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Hanna Milling


Exposé

Für zwischenstaatliche Beziehungen sind die Wahrnehmungen und Bilder voneinander von ausschlaggebender Bedeutung, denn sie bestimmen maßgeblich gegenseitiges Vertrauen und Misstrauen. Gerade in einem von außen zunehmend als Einheit wahrgenommenen Europa, in dem enge Zusammenarbeit über die Nationalgrenzen hinweg zur unverzichtbaren Voraussetzung für gemeinsames Handeln wird, ist die Kenntnis der Wahrnehmung des eigenen Landes durch Vertreter der Partnerstaaten ebenso wichtig wie das Begreifen der Bewertungsmaßstäbe und Selbstbilder, welche ihrer Sicht auf das Fremde zugrunde liegen. Wie das seit bald 20 Jahren vereinte „neue Deutschland“ von Vertretern seiner drei wichtigsten romanischen Partnerstaaten, Frankreich, Italien und Spanien, wahrgenommen wird, ob sich mit dem neuen Deutschland auch ganz neue Bilder entwickelt haben, oder ob vielmehr weiterhin auf alte Stereotypen zurückgegriffen wird, wird in dieser Arbeit anhand einer synchron wie diachron vergleichenden Analyse französischer, italienischer und spanischer Deutschlandpublikationen von 1989 bis 2009 untersucht. Hiermit sind Publikationen gemeint, die Aspekte der Zeitgeschichte und des Lebens in Deutschland mit der Absicht darstellen, den Leser über die realen Verhältnisse im anderen Land zu informieren. Ihre Autoren sind sogenannte Deutschlandexperten, d.h. Referenzpersonen, welche Deutschland durch intensive Beschäftigung und lange Aufenthalte im Land gut kennen, was ihren Aussagen bei der jeweiligen Leserschaft Glaubwürdigkeit verleiht.
Der synchron wie diachron vergleichende Ansatz ermöglicht es zum Einen, der zeitlichen Entwicklung und damit der Dynamik der Deutschlandwahrnehmung auf den Grund zu gehen und zum Anderen, die Besonderheiten und Unterschiede der französischen, italienischen und spanischen Deutschlandwahrnehmungen herauszufiltern und somit die kulturellen Wahrnehmungsmuster aufzudecken, welche hinter der jeweiligen Perzeption stehen.
Die Arbeit liefert eine umfassende Aussage über das Bild vom „neuen Deutschland“, welches die Deutschlandexperten in Frankreich, Italien und Spanien seit dem Mauerfall an ihre Landsleute weitergeben. Dabei werden die Wahrnehmungs- und Deutungsmuster der Autoren aufgedeckt, die Unterschiede der Deutschlandwahrnehmung in den drei Ländern deutlich gemacht und in einem weiteren Schritt das Selbstbild und die Bewertungsmaßstäbe herausgearbeitet, welche dieser Fremdwahrnehmung zugrunde liegen.
Die Arbeit ist in einem rund 500 Seiten umfassenden Band seit September 2009 abgeschlossen und wird in den kommenden Monaten veröffentlicht.


Anmerkungen

Unterstützt von der Studienstiftung des deutschen Volkes

Ersteller des Eintrags
Hanna Milling
Erstellungsdatum
Freitag, 31. Oktober 2014, 14:16 Uhr
Letzte Änderung
Freitag, 31. Oktober 2014, 14:16 Uhr