Gebrauchsbasierte Phraseologie des Italienischen (Institutionalisiertes Forschungsprojekt)


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Mittwoch, 01. August 2018
Projektende
Samstag, 31. Juli 2021
Status
laufend
Weiterführender Link
https://gephri.phil.hhu.de/
Thematik nach Sprachen
Italienisch
Disziplin(en)
Sprachpraxis, Fachdidaktik, Sprachwissenschaft

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Elmar Schafroth Riccardo Imperiale Tamara Blaich Francesca Martulli

Passiv beteiligte Person(en)

(z.B. Betreuer, Berater)

Thorsten Scherff Susanne Kolb Delia Guido Juliane Niedner Anna Wolf Sibilla Cantarini Luisa Giacoma Luisa Maria Dose


Exposé

Theoretische Basis dieser exhaustiven Beschreibung ist einerseits die Frame-Semantik, andererseits die gebrauchsbasierte Konstruktionsgrammatik (vgl. Schafroth 2015). Was die Frame-Semantik betrifft, so ist hier zum einen Fillmores semantics of understanding (Fillmore 1975, 1976) von Bedeutung, weil durch sie die Idee des verstehensrelevanten Wissens ins Spiel kommt – wiederaufgegriffen und diskurslinguistisch verarbeitet durch Busse (1988, 1991, 2012) bzw. framesemantisch durch Ziem (1988). Zum anderen ist jedes Phrasem Bestandteil eines Frames, der in den GEPHRI-Artikeln durch die Kategorie ‚semantisches Feld‘ identifiziert wird. Zu jedem Phrasem werden weitere Frame-Bestandteile angegeben, seien sie phraseologischer (Thesaurus Phraseme) oder lexematischer Natur (Thesaurus Lexeme). Die Beschreibung der inhaltlichen Spezifika der Phraseme (z.B. semantische Rollen, illokutive und diskursive Funktion) sowie der formalen Besonderheiten morphologischer und syntaktischer Natur (z.B. mögliche Anschlüsse an Phraseme durch eine Präposition, einen Infinitiv oder indirekten Fragesatz) wird auf der Grundlage der ganzheitlichen Beschreibung der Konstruktionsgrammatik (Croft 2001, Fried/Östman 2004) durchgeführt. Ergebnis ist ein Annotationsapparat aller „Frame-Elemente“ (vgl. Fillmore 2004) in Form eines nach Basis- und Detailmodus unterschiedlich ausführlich darstellbaren Wörterbucheintrags, der PhraseoFrame genannt wird.

Die Beschreibung der formalen und inhaltlichen Besonderheiten von Phrasemen erfolgt auf der Basis italienischer Sprachkorpora wie PAISÀ, La Repubblica,CORIS und itTenTen16 sowie nach den gängigen zweisprachigen und einsprachigen Wörterbüchern (auch phraseologischen Spezialwörterbüchern) des Italienischen. Zu den Deskriptoren gehören ferner begleitende Gesten und prosodische Merkmale, die, wann immer dies möglich ist, durch Videomaterial illustriert werden.

Da GEPHRI wissenschaftliche und didaktische Ziele verfolgt, wird dem* L2-/LS-Aspekt* (Italienisch als Zweit- oder Fremdsprache) ausgiebig Rechnung getragen: durch die Berücksichtigung von Lernergrammatiken und Lernerwörterbüchern und den Einbezug von Sprachberatungsforen (z.B. der Accademia della Crusca), ebenso wie durch Formulierung von „Gebrauchshinweisen“.

Da auch eine kontrastive Perspektive für Deutschsprachige bedient werden soll, sind in den PhraseoFrames zu den meisten Bereichen lexikographische und korpusbasierte (eigene) Bedeutungsparaphrasen enthalten.


Anmerkungen

DFG-Projekt

Ersteller des Eintrags
Elmar Schafroth
Erstellungsdatum
Freitag, 30. August 2019, 11:54 Uhr
Letzte Änderung
Freitag, 30. August 2019, 11:59 Uhr