Frankreichs engagierte Intellektuelle (Monographie)

Von Zola bis Bourdieu


Allgemeine Angaben

Autor(en)

Joseph Jurt

Verlag
Wallstein
Stadt
Göttingen
Publikationsdatum
2012
Auflage
1
Reihe
Kleine Politische Schriften 19
Weiterführender Link
www.wallstein-verlag.de/autorbiographie/9783835310483
ISBN
978-3-8353-1048-3 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Französisch
Disziplin(en)
Medien-/Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

Exposé

Seit dem 17. Jahrhundert geniessen in Frankreich Schriftsteller und Gelehrte ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Charismatische Figuren wie Voltaire oder Victor Hugo äusserten sich auf der Grundlage dieser Anerkennung als kritische Instanz zu wichtigen Fragen ihrer Gesellschaft – und fanden Gehör. Zolas Intervention für den unschuldig verurteilten jüdischen Offizier Alfred Dreyfus folgte derselben Logik. Neu war nun aber, dass sich Hunderte von Wissenschaftlern und Schriftsteller mit dem engagierten Schriftsteller identifizierten und dass für die Akteure neue Form des kollektiven Engagements ein neuer Begriff geschaffen wurde, der Begriff der ‘Intellektuellen’.
Dieser Begriff ist seither in Frankreich nicht mehr bloss eine sozio-professionelle Kategorie, sondern meint Schriftsteller und Wissenschaftler, die sich in ihrem Bereich Ansehen erworben haben, und die zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen Stellung beziehen – auf der Basis zentraler Werte der Republik, namentlich der Menschenrechte. Dieses Modell der Intervention war so erfolgreich, dass es auch von der Gegenseite aufgegriffen wurde, um die Staatsräson zu verteidigen.
Engagierte Intellektuelle intervenierten in der Folgezeit in Frankreich immer wieder, insbesondere in Krisenzeiten, während des Ersten Weltkrieges, dann im Sinne des Pazifismus und des Antifaschismus in der Zwischenkriegszeit, für den Widerstand oder die Kollaboration zur Zeit der Besatzung, gegen die Verletzung der Menschenrechte im Algerienkrieg, und schliesslich gegen eine neoliberale Wirtschaftsideologie.
Wenn sich zur Dreyfus-Zeit sich ganz klar zwei Lager abzeichneten, so wurde diese Situation später differenziert durch diejenigen, die einen ‚Dritten Weg‘ suchten, dann auch durch die Partei-Ideologen und eine Minderheit katholischer Intellektueller, die sich vom konservativen Lager lösten. Im Fokus der Intellektuellengeschichte lässt sich so die spannende Geschichte Frankreich im 20. Jahrhundert verfolgen, wie sie von sehr bewussten Zeitgenossen wahrgenommen wurde, die durch ihr Eingreifen auch zur Veränderung von Verhältnissen beitragen konnten.

Inhalt

Inhalt
Vorwort .
Abkürzungsverzeichnis
1. Wissenschaftler, Schriftsteller, Intellektuelle
2. Die Vorgeschichte: von den Aufklärern zur
Bildung der sozialen Gruppe der Intelligenz
3. Die Geburt der ›Intellektuellen‹ im Kontext
der Dreyfus-Affäre
4. Von der Dreyfus-Affäre bis zum ›Großen Krieg‹
5. Die Intellektuellen und der ›Große Krieg‹
6. Die intellektuellen Debatten der 1920er-Jahre
7. Die Politisierung des intellektuellen Feldes
der 1930er-Jahre
8. Extreme Fremdbestimmung: die Zeit der
Besatzung (1940-1944)
9. Das intellektuelle Feld der Nachkriegszeit und
die Hegemonie Sartres
10. Die Intellektuellen, der Algerienkrieg und Mai 68
11. Epilog
Fazit
Anmerkungen
Bibliographie
Register


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Joseph Jurt
Erstellungsdatum
Samstag, 10. März 2012, 19:46 Uhr
Letzte Änderung
Freitag, 16. März 2012, 16:11 Uhr