Heimat – patrie/patria (Sammelband)

(Re-)Konstruktion und Erneuerung im Kontext von Globalisierung und Migration


Allgemeine Angaben

Herausgeber

Marina Ortrud M. Hertrampf

Verlag
AVM
Stadt
München
Publikationsdatum
2020
Auflage
1
Weiterführender Link
https://www.avm-verlag.de/detailview?no=L95477116
ISBN
978-3-95477-116-5 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Sprachübergreifend
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Heimatdebatte in Südtirol, afropäische Heimat, rumänische Migrationsliteratur, jüdische Exilschriftsteller, Flucht, Migration

Exposé

Heimat ist ein typisch deutscher Konzeptbegriff, der sich kaum adäquat in andere Sprachen übersetzen lässt. Doch das, was im deutschen Sprachraum unter dem Begriff ,Heimat‘ gefasst wird, ist keineswegs ein rein deutsches Phänomen. Ganz im Gegenteil, eine starke Aufwertung lokaler Räume und territorialer Identitätsdiskurse, inklusive des emotional aufgeladenen Bezugs zu bestimmten Regionen und ihrer Besonderheiten lassen sich gegenwärtig europaweit finden. Trotz aller Unterschiede definitorischer Bestimmungen von Heimat respektive patrie / patria stellt das damit jeweils bezeichnete Phänomen eine ebenso anthropologische wie gesellschaftspolitische Konstante dar, deren gesellschaftliche Relevanz gerade im transnational-transkulturellen Kontext eines von vielfältigen Migrationsprozessen geprägten Europas von herausragender Bedeutung ist. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftlicher Veränderungsprozesse scheint gerade das romanische Konzept von patrie / patria im Wandel begriffen zu sein und sich in Teilen dem sehr viel bedeutungsreicheren Begriff von Heimat anzunähern. Der Sammelband vereint literatur-, kultur- und sprachwissenschaftliche Beiträge, die der Frage nach den Bedeutungsdimensionen sowie den konzeptuellen Verschiebungen und Erneuerungen von Heimat / patrie / patria aus unterschiedlichen Perspektiven mit Blick auf literarische, filmische, musikalische und öffentliche Modellierungsformen in der Romania nachgehen.

Inhalt

Marina Ortrud M. Hertrampf: Heimat / patrie / patria im Kontext von Globalisierung und Migration: Einleitende Gedanken zu aktuellen (Re-)Konstruktions- und Erneuerungsprozessen
Patrick Eser: Hybrider Affektraum Heimat. Das Erschreiben der zweiten Heimat im Anschluss an die Flucht: deutschsprachige jüdische Exilschriftsteller in Argentinien
Ingrid Baltag: Rekonstruktionen der Heimat in der rumänischen Migrationsliteratur nach 1989
Anne Pirwitz: No place like home – filmische Darstellungen der verlassenen rumänischen Heimat
Julien Bobineau: ‚Je tangue entre deux rives.‘ Die Konstruktion afropolitaner und afropäischer Heimat(en) in Gaël Fayes Petit Pays (2016)
Beatrice Nickel: Individuelle Heimatkonzeptionen und die Hermeneutik von fremd und eigen bei Fatou Diome
Marina Ortrud M. Hertrampf: ,Heterotope Heimat(en)‘. Heimat und Fremde in frankophonen Narrativen der (Post-)Migration
Resul Karaca: La France, une nouvelle patrie pour des musulmans ?
Stephanie Neu-Wendel und Maria Giacobina Zannini: Matria statt patria: Semantische Grenzverschiebungen und ‚ver-rückte‘ Konnotationen von patria, Heimat und Fremde im italienischsprachigen (literarischen) Diskurs
Paula Kitzinger: Narrare la patria – Form und Funktion von patria bei Carlo Mazzantini und Enrico Deaglio
Eva-Tabea Meineke: Terra dei padri e contrade maternali: ,Gegenrevolutionäre‘ Sehnsucht des Südens nach Heimat und erweiterte Perspektiven im italienischen Roman und Film der Gegenwart
Sonja Sälzer: Umkämpfte Heimat: Die aktuelle Heimatdebatte in Südtirol zwischen Tradition, Pluralität und Abgrenzung
Mar Mañes-Bordes: Lengua e identidad en la Cataluña del siglo xxi. Observaciones sobre la creación de una idea de nación catalana a través del lenguaje
Christoph Oliver Mayer: Die Heimat besingen. Romanische Beiträge zum Eurovision Song Contest


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Simone Steger
Erstellungsdatum
Mittwoch, 14. Oktober 2020, 14:24 Uhr
Letzte Änderung
Sonntag, 18. Oktober 2020, 13:33 Uhr