Inxilio (Monographie)


Allgemeine Angaben

Autor(en)

Juan de QuintilMathias Sasse

Verlag
Lit
Stadt
Münster
Publikationsdatum
2026
Reihe
Romanistik
Weiterführender Link
https://lit-verlag.de/isbn/978-3-643-15798-0/
ISBN
978-3-643-15798-0 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Spanisch
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Chile, Poesie, Hernán Carvajal, Lucy Oporto Valencia, Militärputsch

Exposé

Der Dichter Juan de Quintil, Pseudonym von Hernán Carvajal und Autor von Inxilio, wurde zu Beginn der 1930er Jahre in Santiago de Chile geboren. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er in der Hafenstadt Valparaíso und besuchte anschließend die Escuela Normal Superior „José Abelardo Núñez“ (1842-1974), die sich in der Hauptstadt von Chile befindet. Er arbeitete als Lehrer in verschiedenen Regionen Chiles, vor allem in ländlichen Gebieten. Um 1954 herum trat er der Kommunistischen Partei Chiles bei und arbeitete unter dem Pseudonym Arcadio Meza als Korrespondent für die Wochenzeitung El Siglo. In den frühen 1960er Jahren kehrte er in die Stadt seiner Kindheit zurück. Dort erlebte er 1973 den Putsch. Und nach seiner Erfahrung als politischer Gefangener in Pisagua kehrte er erneut nach Valparaíso zurück.
Im Laufe seines Lebens stand der Autor mit nur sehr wenigen Schriftstellern und Dichtern in Kontakt und leistete einen großen Teil seiner schriftstellerischen Arbeit im Verborgenen, wie er in einem Interview mit Felipe Montalva Peroni im Jahr 2009 erklärte. Um 1980 zog er dann in die ländliche Gegend von Puchuncaví und lebte in Los Tebos, Caleta Horcón, wo er das Werk Inxilio schuf, das 1993 unter seinem Pseudonym Juan de Quintil zunächst in einer Selbstveröffentlichung von 100 Exemplaren erschien.
Der Sprecher von Inxilio – der Autor selbst – ist ein Dichter, der auf radikale Weise im Zusammenhang mit der chilenischen Katastrophe von 1973 Zeugnis ablegt von seinen Erfahrungen als politischer Gefangener und Kriegsgefangener („prigué“). Seine Erfahrung strahlt durch höllische Bilder von bestialischem und gewaltigem Feuer, dessen Tentakel Verrat, Mord, Vergewaltigung, Einsamkeit, Entwürdigung und Straflosigkeit im Namen des Profits sind.

Inhalt

Hernán Carvajal sucht angesichts des Schreckens des Putsches, der Diktatur, der Folter, der Hinrichtung, des Verschwindenlassens nicht nur als Mensch und Gefangener, sondern auch als Dichter nach einer Möglichkeit, der Realität im Prozess der Fragmentierung und Auflösung ihrer Strukturen, die er selbst erleidet und deren Zeuge er zudem ist, durch die Sprache eine Form zu geben, deren Ausdruck sich notwendigerweise verändern muss, um diesem Prozess Rechnung zu tragen. Im Gegensatz zu denen, die wie Theodor W. Adorno die Unmöglichkeit der Poesie nach Auschwitz erklärten, arbeitete er daran, die Grenzen der Sprache in die entgegengesetzte Richtung zu erweitern.


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Mathias Sasse
Erstellungsdatum
Mittwoch, 04. März 2026, 12:22 Uhr
Letzte Änderung
Montag, 23. März 2026, 14:43 Uhr