Von „hinkenden“ Stühlen, „tanzenden“ Zähnen und „verlorenen“ Verkehrsmitteln (Institutionalisiertes Forschungsprojekt)

Erfassung und Darstellung italienischer lexikalischer Kollokationen für deutschsprachige L2-Lerner


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Dienstag, 15. Juni 2010
Status
laufend
Thematik nach Sprachen
Deutsch, Italienisch
Disziplin(en)
Sprachpraxis, Fachdidaktik, Sprachwissenschaft
Schlagwörter
Lernwortschatz, Polysemie, Metapher, Phraseologie, Kollokation

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Erica Autelli Christine Konecny


Exposé

Das Ziel des Projektes, welches am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck von Erica Autelli und Christine Konecny (Projektleiterin) durchgeführt wird, besteht in der Erfassung und Darstellung italienischer lexikalischer Kollokationen im Vergleich mit ihren jeweiligen deutschen Äquivalenten. Die Kollokationsglieder selbst sind dabei dem italienischen Basiswortschatz entnommen, so wie er im Dizionario di base della lingua italiana (DIB) von Tullio de Mauro und Gian Giuseppe Moroni (1996) festgehalten ist. Kollokationen werden als besondere syntagmatische Wortverbindungen aufgefasst, welche von Muttersprachler/innen meist als völlig „normal“ empfunden und auf Grund ihrer Sprachkompetenz intuitiv korrekt verwendet werden, für L2-Lerner/innen hingegen eine häufige Fehlerquelle darstellen, weil sie von jenen der eigenen Muttersprache oftmals abweichen. Dem Projekt liegt ein enges Kollokationsverständnis zu Grunde, demzufolge Kollokationen auf dem Kontinuum zwischen idiomatischen Verbindungen auf der einen und freien Wortverbindungen auf der anderen Seite anzusiedeln sind und hierarchisch organisierte binäre Konstruktionen repräsentieren, welche aus einem kognitiv übergeordneten Element (Basis) und einem kognitiv untergeordneten Element (Kollokator) bestehen: In piantare un chiodo (‘einen Nagel einschlagen’ [wörtl.: ‘einpflanzen’]) und un DVD vergine (‘eine unbespielte [wörtl.: ‘jungfräuliche’] DVD’) z.B. sind chiodo und DVD die Basen und piantare und vergine die Kollokatoren.

Bei der lexikographischen Darstellung der Kollokationen in der geplanten Kollokationssammlung sollen u.a. metaphorische Weiterentwicklungen und damit der polyseme Charakter von Kollokationsgliedern (vgl. piantare un chiodo nel muro – piantare un coltello nella schiena di qcn.), darüber hinaus aber auch antonyme oder alternative Komponenten (vgl. un coltello affilato – un coltello smussato; levare / estrarre / cavare / strappare un dente) sowie schließlich die jeweiligen referentiellen deutschen Äquivalente berücksichtigt werden. Des Weiteren soll für jede Kollokation ein Beispielsatz (inklusive dt. Übersetzung) angeführt werden. Zur besseren Anschaulichkeit sowie zur Erleichterung des Memorisierens bestimmter Kollokationen ist beabsichtigt, einige Beispiele zusätzlich bildlich zu verdeutlichen, und zwar anhand entsprechender Illustrationen, welche bei diversen öffentlichen Veranstaltungen an der Universität Innsbruck (z.B. „Aktionstage Junge Uni“, „Lange Nacht der Forschung“ usw.) im Rahmen eines Zeichenwettbewerbes von Tiroler Kindern und Jugendlichen angefertigt wurden.

Die geplante Kollokationssammlung richtet sich an Italienisch- und Deutsch-Lernende, Italienisch- und Deutsch-Lehrende, aber auch an ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen, ist daher sowohl als Lern- wie auch als Lehrhilfe gedacht. Darüber hinaus soll sie dazu beitragen, ein Bewusstsein für die Bedeutung von sprachspezifischen Kollokationen für das Sprachenlernen auch im Bereich der Lernerlexikographie Italienisch-Deutsch zu schaffen.


Anmerkungen

Gefördert von der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol (Abteilung Bildungsförderung, Universität und Forschung) sowie unterstützt mit einem Förderbeitrag des Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF)

Ersteller des Eintrags
Christine Konecny
Erstellungsdatum
Freitag, 14. Januar 2011, 11:54 Uhr
Letzte Änderung
Donnerstag, 01. Mai 2014, 23:24 Uhr