Geschichten der Zer/Verstörung (Promotionsprojekt)

Zur Fiktionalisierung der traumatischen Gewalterfahrung der Post-Duvalier-Ära im zeitgenössischen haitianischen Roman am Beispiel von Lyonel Trouillot und Yanick Lahens


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Sonntag, 01. Februar 2009
Projektende
Mittwoch, 15. Oktober 2014
Status
abgeschlossen
Hochschule
Universität Hamburg
Stadt der Hochschule
Hamburg
Weiterführender Link
http://juliaborst.de/
Thematik nach Sprachen
Französisch
Disziplin(en)
Medien-/Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Roman, Haiti, Gewalt

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Julia Borst

Passiv beteiligte Person(en)

(z.B. Betreuer, Berater)

Markus Klaus Schäffauer Silke Segler-Meßner


Exposé

Die Studie setzt sich mit der Fiktionalisierung der Gewalterfahrung der haitianischen Gesellschaft nach dem Sturz der Duvalier-Diktatur im Jahr 1986 auseinander. Nach fast drei Jahrzehnten diktatorialer Repression waren die Hoffnungen in Haiti auf ein Ende der Gewalt nach 1986 zunächst groß. Doch auch in der Post-Duvalier-Ära hielten die politisch-gesellschaftlichen Auseinandersetzungen an und es kam zu einer zunehmenden Veralltäglichung der Gewalt. Trotz einer beachtlichen Zahl an Romanen zur Thematik wurde der haitianischen Literatur als Ort der kulturellen Verhandlung dieser Erfahrung bislang kaum Aufmerksamkeit zuteil. Die Studie schließt diese Lücke und erörtert vor der Folie einer kritischen Bestandsaufnahme der Diskurse über Gewalt in Haiti, wie diese verstörende Gewalterfahrung im zeitgenössischen haitianischen Roman in französischer Sprache aufgegriffen und narrativ inszeniert wird. Der Fokus liegt hierbei auf den beiden Romanen “Rue des pas-perdus” (1996) von Lyonel Trouillot und “La couleur de l’aube” (2008) von Yanick Lahens. Es wird die erinnerungsstiftende Funktion von Literatur herausgearbeitet, die die ausufernde Gewalt im symbolischen Raum der Fiktion über ein Narrativ des Traumas erfahrbar macht und sie so im kollektiven Gedächtnis bereithält. Zudem zeigt die Untersuchung auf, wie über die Literatur zum einen gesellschaftliche Aufarbeitungsprozesse angeregt und zum anderen aus der Perspektive einer marginalisierten Kultur einseitige Stigmatisierungen subversiv aufgebrochen werden können.


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Julia Borst
Erstellungsdatum
Mittwoch, 31. August 2011, 14:35 Uhr
Letzte Änderung
Donnerstag, 06. November 2014, 10:07 Uhr