Dr. Katrin Pfadenhauer

Sprachen
Portugiesisch Spanisch Französisch
Fachgebiete
Sprachwissenschaft
Forschungsfelder
Kognitive Linguistik Aspektualität indigene Sprachen in Lateinamerika Spanisch in Lateinamerika Varietätenlinguistik Kreolsprachen Sprachkontakt
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Habilitationsprojekt: Aspektualität im Französischen

Gegenstand des Forschungsvorhabens, das sich an der Schnittstelle von Syntax und Semantik verorten lässt, ist das Zusammenspiel der diversen Mittel, die den Sprechern zum Ausdruck von Aspektualität im Französischen zur Verfügung stehen. Aspektualität wird im Sinne Dessì Schmids (2014, 79) verstanden als eine „universale Inhaltskategorie, durch die die Sprecher die Art des Ablaufs und der Distribution eines Sachverhalts in der Zeit sprachlich strukturieren“. Im Mittelpunkt der Studie stehen nicht nur die grammatische Kategorie Aspekt und die Wechselwirkungen von grammatikalischem und lexikalischem Aspekt (Aktionsarten). In den Vordergrund gerückt werden sollen vielmehr die in der Forschung bisher weniger beachteten „strukturell fakultativen Mittel“ (Klein 2003, 37). Hierzu zählen neben den temporalen bzw. aspektuellen Adverbien wie frz. déjà, encore oder toujours auch die aspektuellen Verbalperiphrasen (wie être en train de faire, être à faire, venir à faire, être sur le point de faire etc.). Diese können einerseits im Zusammenspiel mit der grammatikalisierten Grundopposition perfektiv vs. imperfektiv, die im Französischen verbalmorphologisch auf der Ebene der Tempora der Vergangenheit mit dem passé composé/passé simple und dem imparfait realisiert ist, eine entscheidende Rolle bei der Herstellung aspektueller Bedeutungen übernehmen. Andererseits besitzen sie in bestimmten Kontexten wie z.B. dem ungesteuerten Spracherwerb auch das Potential, an die Stelle genannter Opposition zu treten. Ziel der Untersuchung ist es, auf der Grundlage von authentischen Sprachbeispielen aus bereits verfügbaren Korpora zu ausgewählten afrikanischen und amerikanischen Varietäten des Französischen sowie unter Berücksichtigung der Frankokreolsprachen (v.a. des Haitikreols) und von für die Studie relevanten Kontaktsprachen (z.B. Englisch, Fang, Fongbè) den kompositionellen Charakter von Aspektualität detailliert zu beschreiben und so mit der Einbeziehung empirischer Daten einen weiteren Baustein zum tiefgreifenden Verständnis dieser funktional-semantischen Kategorie zu liefern.

Position
Akademische Ratsstelle
Hochschule / Institution
Universität Bayreuth
Adresse
Bayreuth
Deutschland
Status bei romanistik.de
Mitglied
Erstellungsdatum
Montag, 10. Januar 2011, 22:39 Uhr
Letzte Änderung
Mittwoch, 17. Oktober 2018, 15:35 Uhr