Literatur in Bewegung (Monographie)

Raum und Dynamik grenzüberschreitenden Schreibens in Europa und Amerika


Allgemeine Angaben

Autor(en)

Ottmar Ette

Verlag
Velbrück Wissenschaft
Stadt
Weilerswist
Publikationsdatum
2001
Weiterführender Link
http://www.uni-potsdam.de/romanistik/ette/ette/publikationen/pub_mono-2001.html
ISBN
3-934730-31-0 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Sprachübergreifend
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Reise, transareal, Globalisierung, Bewegung, Dimensionen, Räume, Postmoderne, Jules Michelet, Georg Forster, Moderne, Literatur, Posthistoire

Exposé

Die Erfahrung, in einer Nach-Geschichte, einer Posthistoire zu leben, scheint sich in der Moderne Europas mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu wiederholen. Sie findet sich in unterschiedlichen Ausprägungen gegen Ende des 18. Jahrhunderts etwa bei Georg Forster, um die Mitte des 19. Jahrhunderts beispielsweise bei Jules Michelet oder in der jüngst vergangenen Gegenwart. Die Erfahrung nach-geschichtlicher Zeiten ist auf besondere Weise mit der Entfaltung geschichtlichen Denkens überhaupt verknüpft. Eine Reihe von Indizien spricht dafür, daß wir das in Nordamerika wie Europa, aber auch andernorts weit verbreitete Empfinden, in einer Nach-Geschichte zu leben, überwunden haben. Damit beginnt zugleich ein Zeitabschnitt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts historisch zu werden, der als Postmoderne bezeichnet worden ist, des öfteren als eine eigene Epoche gedeutet wurde, sich aber wohl in einem gemeinsamen Raum von Moderne und Postmoderne ansiedelt.

Vor dem Hintergrund dieser neuen Situation und in Erwartung einer Neubestimmung kultureller Zielsetzungen, die von einem in territorialer wie nichtterritorialer Hinsicht grundlegend veränderten Raumgefüge her geprägt sein müssen, ist – soweit diese erste Bestimmung eines wieder in Bewegung gekommenen Spielraumes – das vorliegende Buch geschrieben. Es umfaßt folglich im chronologischen Sinne den Zeit-Raum von Moderne und Postmoderne zwischen der zweiten Hälfte des 18. und dem Ende des 20. Jahrhunderts. Zugleich richtet es an die Literatur die Frage nach der Entfaltung spatialer Konzeptionen, die – oft auch im Dialog mit anderen Medien, insbesondere den visuellen Künsten – für das letzte Viertel des zweiten Jahrtausends bedeutsam waren und im doppelten Sinne aus einer Ästhetik und »Räumlichkeit« der Moderne herausragen. Den Ausgangspunkt für eine grenzüberschreitende, in Bewegung befindliche Literatur wird die Reiseliteratur bilden, von der aus sich der Blick auf andere Räume, Dimensionen und Bewegungsmuster hin öffnen soll, welche die Literaturen des 21. Jahrhunderts prägen werden. Und diese werden, dazu bedarf es keiner prophetischen Gabe, zu einem Gutteil Literaturen ohne festen Wohnsitz sein.

Inhalt

  • Eins.
    Parcours.
    Kartierung einer Welt in Bewegung.
  • Zwei.
    Traverse.
    Vom Auftauchen Amerikas zum Verschwinden Europas.
  • Drei.
    Passage.
    Auge, Ohr und Ort des Schreibens.
  • Vier.
    Passage.
    Schreiben in der Moderne.
  • Fünf.
    Traverse.
    Vom modernen Erzählraum zum Orbis Tertius.
  • Sechs.
    Passage.
    Proteus in Uruguay.
  • Sieben.
    Passage.
    Iphigenie in Mexico.
  • Acht.
    Traverse.
    Avantgarde, Postavantgarde, Postmoderne.
  • Neun.
    Passage.
    Die Welt im Kopf.
  • Zehn.
    Passage.
    Auf der Schaukel.
  • Elf.
    Passage als Traverse.
    Die Durchquerung der Mangroven.
  • Zwölf.
    Retour.
    Wie die Neue Welt in der Alten als Neue erschien und in der Neuen zur Alten Welt wurde.

Anmerkungen

575 Seiten

Ersteller des Eintrags
Ottmar Ette
Erstellungsdatum
Donnerstag, 25. Februar 2010, 10:16 Uhr
Letzte Änderung
Donnerstag, 25. Februar 2010, 10:16 Uhr