HiN - Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Zeitschriftenheft)


Allgemeine Angaben

Herausgeber

Ottmar Ette Eberhard Knobloch

Publikationsdatum
Oktober 2011
Jahrgang
XII
Nummer
23
Weiterführender Link
www.hin-online.de
ISSN
1617-5239
Thematik nach Sprachen
Deutsch, Französisch
Disziplin(en)
Geographie, TransArea Studies, Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte
Schlagwörter
Gauß Carl Friedrich, Erdmagnetismus, von Humboldt Alexander, Feldforschung

Exposé

Eberhard Knobloch / Ingo Schwarz: Die Feuer von Baku – ein wiederentdeckter Brief von Alexander von Humboldt

Während eines Forschungsaufenthaltes in St. Petersburg 2010 entdeckte Frau Dr. Elena Roussanova einen Brief von Alexander von Humboldt, der der Humboldt-Forschung bisher unbekannt geblieben war und damit auch nicht in die 2009 erschienenen Ausgabe der „Briefe aus Russland“ aufgenommen werden konnte. Diese Lücke wird hier geschlossen. Wir danken Frau Roussanova für den Hinweis auf dieses Schreiben. Der Brief kann durch einen Vermerk von fremder Hand auf die Zeit kurz vor dem 2./14.12.1829 datiert werden. Sein Empfänger war, wie aus dem Inhalt hervorgeht, der russische Physiker Heinrich Friedrich Emil Lenz.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin23/knobloch_schwarz.htm

Ottmar Ette: Alexander von Humboldt: Wissenschaft im Feld – Transareale Wissenschaftsfelder in den Tropen

Alexander von Humboldt verstand sich zwar sicher nicht als Direktor eines Museums, war aber sehr wohl der Welt der Museen, Bibliotheken und Archive nicht nur als Besucher und Leser, sondern auch als Sammler und Forscher verpflichtet. Durch seine Forschungsreisen nach Amerika und Asien vermehrte er im Verlauf eines langen Gelehrtenlebens viele Sammlungen durch eigene Sammeltätigkeit vor Ort. Seine Feldforschung blieb dabei nicht auf naturwissenschaftliche Aspekte begrenzt, sondern bezog ganz selbstverständlich auch die verschiedenartigsten kulturwissenschaftlichen Forschungsgegenstände mitein. Diese transdisziplinär agierende Praxis im Feld lässt sich zugleich als eine transareale, einzelne Areas übergreifende und damit im Sinne von TransArea Studies aus den Beziehungen, Zirkulationen und Wechselwirkungen jenseits des bloß Territorialen sich speisende Wissenschaftskonzeption begreifen. So lässt sich in seiner Auseinandersetzung mit der amerikanischen Tropenwelt eine doppelte transareale Relationalität erkennen, die einerseits intern die Tropenwelt unterschiedlicher Kontinente miteinander verbindet, andererseits aber extern die Tropen insbesondere mit den gemäßigten Zonen in Relation setzt, um dadurch erst globale Zusammenhänge – einschließlich der sich verändernden Schneegrenzen oder der Wanderungsbewegungen der Pflanzenformen, für die sich die mobile Wissenschaft Humboldts in besonderem Maße interessierte – skizzieren und erläutern zu können. Die Tropen sind für ihn die Zone höchster Mannigfaltigkeit und Vielverbundenheit – oder um es mit heutigen Begriffen zum Ausdruck zu bringen: die TransArea par excellence.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin23/ette.htm

Laura Péaud: Le politique, opérateur de la construction des savoirs géographiques modernes: l’exemple des voyages d’Alexander von Humboldt

A la charnière du XVIIIème et du XIXème siècle, Alexander von Humboldt réalise une série de voyages scientifiques et géographiques en Europe, en Amérique et en Asie. Connus en grande partie par sa très riche correspondance, ces voyages sont tous marqués par la présence et l’intervention d’acteurs du monde politique européen. Par leur soutien financier, matériel et moral, ainsi que par leur délimitation spatiale, temporelle voire thématique des objets des expéditions, ceux-ci structurent pratiquement et intellectuellement le déroulement des expéditions humboldtiennes.
Aux alentours du moment 1800, la géographie se trouve alors engagée dans un mouvement de construction disciplinaire, questionnant ses objets, ses méthodes et ses pratiques. Inséré dans ce processus, le voyage constitue un enjeu identitaire fort de l’élaboration et de la définition des savoirs géographiques modernes. La participation des acteurs politiques dans les voyages interroge leur rôle d’opérateurs de la fabrique scientifique. A partir de l’exemple humboldtien, dans une optique d’histoire et d’épistémologie de la géographie, cet article propose d’engager une analyse relationnelle du couple géographie/politique.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin23/peaud.htm

Karin Reich: Sternschnuppen und Erdmagnetismus, ein von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß während der Universitätsfeierlichkeiten in Göttingen im September 1837 initiiertes Projekt

Während der im September 1837 in Göttingen stattfindenden Universitätsfeierlichkeiten initiierten Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß gemeinsam ein Projekt; es ging dabei um die Frage, ob Sternschnuppen die erdmagnetischen Erscheinungen beeinflussen würden, dem Nordlicht vergleichbar. Dies sollte im folgenden November, anlässlich des zu erwartenden großen Sternschnuppenschauers, überprüft werden.
Im Zentrum dieser Untersuchung steht der Brief von Alexander von Humboldt an Gauß vom 30. November 1837 (Briefwechsel Humboldt-Gauß, S. 63–65); in diesem wurden zwei Beilagen bzw. Anlagen angesprochen, die zwar noch existieren, die aber bei der Ausgabe des Humboldt-Gaußschen Briefwechsels fast ganz unberücksichtigt blieben. Es handelt sich erstens um einen Brief von dem in Breslau wirkenden Astronomen Boguslawski an Humboldt vom 15. November 1837, den Humboldt, versehen mit eigenen Anmerkungen, Gauß zukommen ließ, und zweitens um ein Dokument, enthaltend die von Humboldt und Herter in Berlin während der Zeit vom 12. bis 21. November angestellten erdmagnetischen Beobachtungen. Diese Dokumente sollen hier erstmals in den historischen Kontext eingebettet, vorgestellt werden, zusammen mit dem Bericht über die in Marburg gemachten Sternschnuppenbeobachtungen vom 12. bis 14. November, die Gerling veranlasst hatte.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin23/reich.htm

Kurt-R. Biermann: War Alexander von Humboldt ein „Freiherr“ (oder „Baron“)?

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin23/biermann.htm

Inhalt

Eberhard Knobloch / Ingo Schwarz: Die Feuer von Baku – ein wiederentdeckter Brief von Alexander von Humboldt

Ottmar Ette: Alexander von Humboldt: Wissenschaft im Feld – Transareale Wissenschaftsfelder in den Tropen

Laura Péaud: Le politique, opérateur de la construction des savoirs géographiques modernes: l’exemple des voyages d’Alexander von Humboldt

Karin Reich: Sternschnuppen und Erdmagnetismus, ein von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß während der Universitätsfeierlichkeiten in Göttingen im September 1837 initiiertes Projekt

Kurt-R. Biermann: War Alexander von Humboldt ein „Freiherr“ (oder „Baron“)?


Anmerkungen

Auch als PDF-Druckversion verfügbar unter www.hin-online.de

HiN ist ein halbjährlich erscheinendes Periodikum der Universität Potsdam und der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften).

Als Ergänzung zur Zeitschrift verweisen wir auf das Projekt der Universität Potsdam avhumboldt.de. Humboldt Informationen online, die Informationsplattform zu Alexander von Humboldt im Netz: www.avhumboldt.de

Ersteller des Eintrags
Tobias Kraft
Erstellungsdatum
Donnerstag, 17. November 2011, 08:45 Uhr
Letzte Änderung
Donnerstag, 17. November 2011, 08:45 Uhr