HiN - Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Zeitschriftenheft)


Allgemeine Angaben

Herausgeber

Ottmar Ette Eberhard Knobloch

Publikationsdatum
April 2013
Jahrgang
XIV
Nummer
26
Weiterführender Link
http://www.hin-online.de
ISSN
1617-5239
Thematik nach Sprachen
Sprachübergreifend
Disziplin(en)
Editionsphilologie, Globalisierungsgeschichte, Technikgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Encke Johann Franz, Wissenschaftsgeschichte, Brand Friedrich L., Geografie, Bildtheorie, Klimageografie, Altamerikanistik, Muisca, Kolumbien, Digitalisierung, digitale Texte, Digital Humanites, Freiesleben Johann Karl, Briefwechsel, Humboldt-Forschung, Humboldt Alexander von

Exposé

Katja Mönnich: Eine Freundschaft, die Jahrzehnte überdauerte! Ein unveröffentlichter Brief Alexander von Humboldts an seinen langjährigen Freund Johann Karl Freiesleben

Der vorliegende Brief Alexander von Humboldts an seinen Jugendfreund Johann Karl Freiesleben (1774-1846) reiht sich ein in das Vorhaben, unpublizierte Briefe aus Humboldts Jugendzeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Editorisch fügt sich der Brief in die von Ilse Jahn und Fritz Gustav Lange herausgegebenen Jugendbriefe Alexander von Humboldts 1787-1799 ein. In diesem Band findet der Brief seinen Platz zwischen zwei Briefen Humboldts an Freiesleben, die er während seines Aufenthaltes in Dresden am 10.07.1797 sowie am 11. oder 18.07.17973 geschrieben hat.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin26/moennich.htm

Detlev Doherr: Interconnectedness und digitale Texte

Die multimedialen Informationsdienste im Internet werden immer umfangreicher und umfassender, wobei auch die nur in gedruckter Form vorliegenden Dokumente von den Bibliotheken digitalisiert und ins Netz gestellt werden. Über Online-Dokumentenverwaltungen oder Suchmaschinen können diese Dokumente gefunden und dann in gängigen Formaten wie z.B. PDF bereitgestellt werden.

Dieser Artikel beleuchtet die Funktionsweise der Humboldt Digital Library, die seit mehr als zehn Jahren Dokumente von Alexander von Humboldt in englischer Übersetzung im Web als HDL (Humboldt Digital Library) kostenfrei zur Verfügung stellt. Anders als eine digitale Bibliothek werden dabei allerdings nicht nur digitalisierte Dokumente als Scan oder PDF bereitgestellt, sondern der Text als solcher und in vernetzter Form verfügbar gemacht. Das System gleicht damit eher einem Informationssystem als einer digitalen Bibliothek, was sich auch in den verfügbaren Funktionen zur Auffindung von Texten in unterschiedlichen Versionen und Übersetzungen, Vergleichen von Absätzen verschiedener Dokumente oder der Darstellung von Bilden in ihrem Kontext widerspiegelt.

Die Entwicklung von dynamischen Hyperlinks auf der Basis der einzelnen Textabsätze der Humboldt‘schen Werke in Form von Media Assets ermöglicht eine Nutzung der Programmierschnittstelle von Google Maps zur geographischen wie auch textinhaltlichen Navigation.

Über den Service einer digitalen Bibliothek hinausgehend, bietet die HDL den Prototypen eines mehrdimensionalen Informationssystems, das mit dynamischen Strukturen arbeitet und umfangreiche thematische Auswertungen und Vergleiche ermöglicht.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin26/doherr.htm

Ursula Thiemer-Sachse: Steinpatrizen aus dem alten Kolumbien zur Vorbereitung des Gusses von Goldobjekten in verlorener Form – Alexander von Humboldts „Kalendersteine“ der Muisca

Im vorspanischen Zentralkolumbien, vor allem in der Muisca-Kultur, wurden Hochreliefs auf Steinpatrizen zur Abformung von Wachsmatrizen für den Guss in verlorener Form benutzt, die Alexander von Humboldt irrtümlich für „Kalendersteine“ der Muisca hielt. Der wissenschaftsgeschichtliche Überblick beschäftigt sich mit den Ursachen dieses Irrtums und dessen Überwindung.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin26/ts.htm

Birgit Schneider: Berglinien im Vergleich – Bemerkungen zu einem klimageografischen Diagramm Alexander von Humboldts

Der Artikel analysiert aus bildwissenschaftlicher und historischer Perspektive die unveröffentlichte Skizze zu einem Bergdiagramm aus dem handschriftlichen Nachlass Alexander von Humboldts. Das mehrfach beklebte Skizzenblatt stand im Zentrum klimageografischer Fragestellungen nach den Gründen für die weltweit unterschiedlich hohen Schneegrenzen in Gebirgen. Aufgrund des unfertigen, skizzenhaften Charakters des Diagramms lassen sich Fragen über den Forschungskontext des Diagramms, den epistemischen Stellenwert zeichnerischer Praktiken sowie über die heuristische Rolle der Berge und ihrer charakteristischen Profillinien in Humboldts Forschungen stellen. Gezeigt wird, wie das visuelle Denken und das Interesse Humboldts an neuen grafischen Methoden zu einer wichtigen Bedingung wurden, um die holistische Synopsis der Welt als ökologisches System erforschen und darstellen zu können.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin26/schneider.htm

Friedrich L. Brand – 1922 bis 2012
Ein Nachruf von Ingo Schwarz.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin26/schwarz.htm

Eberhard Knobloch: „Es wäre mir unmöglich nur ein halbes Jahr so zu leben wie er“: Encke, Humboldt und was wir schon immer über die neue Berliner Sternwarte wissen wollten

Nähert man sich dem Südeingang der Babelsberger Sternwarte, dem drit­ten Gebäude der Königlich-Preußischen Sternwarte Berlins, so trifft man – dem Eingang gegen­­über im Freien – auf eine Büste Alexander von Humboldts. Ein wohl­verdienter Platz: Hatte doch Humboldt die Grundlagen für das Aufblühen der Berliner Astronomie im 19. Jahrhundert gelegt. Ohne seine Initiative hätte nicht ausgerechnet in Berlin ein menschliches Auge zum ersten Mal den transuranischen Planeten Neptun entdeckt. Der Störenfried hatte sich durch seine Ein­wirkungen auf die Bahn seines Nachbarn Uranus verraten. Urbain Leverrier sei Dank! Bessel hat nicht mehr Galles Berliner Bestätigung seiner Jahre zuvor geäußerten Vermutung erlebt, es müsse einen weiteren Planeten geben. Er war ein halbes Jahr zuvor gestorben.

Die wohlbekannten Daten zur Sternwartengründung sollen hier nicht wiederholt werden. Statt dessen möchte ich zur historischen Rekonstruktion des Ge­schehens drei Ebenen in den Blick nehmen: 1) die Ebene der amtlichen Schriften von Regierung und Verwaltung, 2) die private Ebene der Briefwechsel, 3) die Ebene der wissenschaftlichen Öffentlichkeit, der Reden und Publikationen.

http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin26/knobloch.htm

Inhalt

Katja Mönnich Eine Freundschaft, die Jahrzehnte überdauerte! Ein unveröffentlichter Brief Alexander von Humboldts an seinen langjährigen Freund Johann Karl Freiesleben
Detlev Doherr Interconnectedness und digitale Texte
Ursula Thiemer-Sachse Steinpatrizen aus dem alten Kolumbien zur Vorbereitung des Gusses von Goldobjekten in verlorener Form – Alexander von Humboldts „Kalendersteine“ der Muisca
Birgit Schneider Berglinien im Vergleich – Bemerkungen zu einem klimageografischen Diagramm Alexander von Humboldts
Ingo Schwarz Friedrich L. Brand – 1922 bis 2012
Eberhard Knobloch „Es wäre mir unmöglich nur ein halbes Jahr so zu leben wie er“: Encke, Humboldt und was wir schon immer über die neue Berliner Sternwarte wissen wollten


Anmerkungen

Auch als PDF-Druckversion verfügbar unter www.hin-online.de

HiN – Alexander von Humboldt im Netz ist ein internationales peer reviewed journal und wird vom MLA Directory of Periodicals, dem Ulrichsweb Global Serials Directory und dem DOAJ – Directory of Open Access Journals bibliographisch erfasst. HiN veröffentlicht aktuelle Forschung zu Alexander von Humboldt in Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. Das halbjährlich erscheinende Periodikum ist eine Publikation der Universität Potsdam und der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle. Als Ergänzung zur Zeitschrift verweisen wir auf das Projekt der Universität Potsdam avhumboldt.de. Humboldt Informationen online, die Informationsplattform zu Alexander von Humboldt im Netz. www.avhumboldt.de

HiN – Alexander von Humboldt im Netz is an international peer reviewed journal, listed in the MLA Directory of Periodicals, the Ulrichsweb Global Serials Directory, and the DOAJ – Directory of Open Access Journals. HiN publishes current studies in the field of Alexander von Humboldt research twice a year in German, English, Spanish, and French. HiN is a publication by the University of Potsdam and the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities. As a supplement to the journal, the project avhumboldt.de. Humboldt Informationen online informs about worldwide activities regarding Humboldt. www.avhumboldt.de

Ersteller des Eintrags
Tobias Kraft
Erstellungsdatum
Freitag, 17. Mai 2013, 11:21 Uhr
Letzte Änderung
Freitag, 17. Mai 2013, 11:21 Uhr