Stadt: Innsbruck

Frist: 2023-05-31

Beginn: 2024-01-11

Ende: 2024-01-12

URL: https://www.uibk.ac.at/de/congress/kreativitaet-translation-ki/

Kreativität und Translation im Zeitalter der künstlichen Intelligenz
11.–12.01.2024, Claudiana, Universität Innsbruck, Österreich

Organisation:
Dr. Katharina Walter (katharina.walter@uibk.ac.at) und
Ass.-Prof. Dr. Marco Agnetta (marco.agnetta@uibk.ac.at)

Call for Papers

Die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) stellt Sprachmittler:innen vor neue Herausforderungen. Da maschinelle Übersetzungssysteme große Fortschritte machen und seit einigen Jahren viele Sprachdienstleistungen von KI unterstützt oder teilweise automatisiert werden, wird der Arbeitsmarkt für Humanübersetzer:innen und
-dolmetscher:innen gegenwärtig neu definiert. Menschliche Sprachmittler:innen bleiben jedoch unverzichtbar – nicht nur weil sie die maschinelle Arbeit koordinieren und kontrollieren, sondern auch weil ihre Arbeit in bestimmten Bereichen der Sprachmittlung gegenüber der Leistung von Maschinen weiterhin einen Mehrwert verbucht. Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Vorzüge menschlicher Arbeit gerade bei Sprachdienstleistungen zum Tragen kommen, die besondere Kreativität erfordern, was beispielsweise auf die Übertragung pointierter Werbeslogans aus einem sprachlichen und kulturellen Kontext in einen anderen oder das literarische Übersetzen zutrifft. Gleichzeitig gewinnen solche Sprachdienstleistungen auch insgesamt an Bedeutung, wie etwa zahlreiche Publikationen zur Transkreation aus den letzten Jahren bezeugen. Obwohl KI durch Anwendungen wie ChatGPT nun auch die freie Sprachproduktion nachhaltig verändert, fehlt Maschinen bisher das kontextuelle Verständnis, das Voraussetzung für einen qualitativ hochwertigen und angemessenen Transfer nuancierter und formbewusster Texte zwischen Sprachen und Kulturen ist. Ein Manko der maschinellen Übersetzung ist bis auf Weiteres die Tatsache, dass Texte nur auf Satzebene, nicht aber im Gesamtzusammenhang erfasst werden können. Dennoch sind KI-basierte Anwendungen als Werkzeuge für Menschen auch bei höchst anspruchsvollen Arten der Sprachmittlung überaus nützlich. De facto ist bereits in vielen kreativ arbeitenden Branchen, die auf Sprachmittlung und Textdesign spezialisiert sind, der Einsatz maschineller Texterstellungsprogramme gang und gäbe. Das Post-Editing befindet sich in einer Konjunkturphase und erhält verstärkt Einzug in die Translationswissenschaft und -didaktik.

Das Institut für Translationswissenschaft der Universität Innsbruck nimmt diese Entwicklungen zum Anlass und lädt Sie am 11. und 12.01.2024 ein, sich in die Diskussion neu entstehender Spannungsfelder zwischen menschlichen und maschinellen Beiträgen zur kreativen Arbeit in der Sprachmittlung einzubringen. Perspektiven aus der Theorie, Praxis und Didaktik des Übersetzens und Dolmetschens sind gleichermaßen willkommen, wenn wir uns u. a. zu folgenden Themenbereichen austauschen:

  • Kreativität beim Übersetzen bzw. Dolmetschen,
  • Steigerung der Kreativität in der Translationspraxis,
  • Förderung der Kreativität in der Translationsdidaktik,
  • Grenzen und Potenziale von neuronaler maschineller Übersetzung im Hinblick auf kreatives Arbeiten,
  • Auswirkungen von KI auf Prozesse der Sprachmittlung,
  • Beispiele für Auswirkungen des Einsatzes von KI auf die translatorische Kreativität,
  • Transkreation und KI,
  • KI und translatorischer Markt,
  • Auswirkungen von KI auf Berufsbilder für Übersetzer:innen und Dolmetscher:innen,
  • Qualitätssicherung in der KI-gestützten Sprachmittlung.

Bitte senden Sie Ihre Abstracts (max. 300 Wörter inkl. Titel) für einen 20-minütigen Vortrag in deutscher oder englischer Sprache bis spätestens 31.05.2023 an katharina.walter@uibk.ac.at und marco.agnetta@uibk.ac.at. Vorträge können in Präsenz oder online stattfinden. Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant.

Wir freuen uns auf eine spannende Tagung!

Beitrag von: Katharina Walter

Redaktion: Robert Hesselbach