„Ich weiß, wer ich bin“, antwortete Don Quixote, „und weiß auch, daß ich nicht nur was ich sagte sein kann, sondern auch alle zwölf Pairs von Frankreich und noch dazu alle neun Helden; denn alle ihre Taten, die sie alle zusammen und jeder einzeln für sich getan haben, vergleichen sich nicht mit den meinigen.“1

Das paradoxe Eigenlob des selbsternannten Ritters Don Quixote, der seine Welt im Wahn nach den Mustern höfischer Literatur wahrnimmt, bezeugt die langanhaltende Suggestionskraft der so genannten Neun Helden und Heldinnen – Reihen vorbildlicher Figuren aus der Antike, dem alttestamentlichen Judentum und der christlichen Geschichte. Das geplante Themenheft widmet sich der immensen Popularität dieser Figurenreihen in der Literatur, Kunst und politischen Kultur des 14. bis 17. Jahrhunderts. Es geht bewusst über die geläufige motivgeschichtliche Forschung hinaus, indem es aktuelle historisch-narratologische, kulturwissenschaftliche, intersektionale oder praxeologische Ansätze für die Erschließung dieser Figurenreihen fruchtbar macht.

Zunächst erscheinen neun männliche Helden in Jacques Longuyons Alexanderroman Les Vœux du paon von 1312/13: Judas Makkabäus, König David und der Prophet Josua vertreten das Alte Testament; Hektor von Troja, Alexander der Große und Julius Caesar repräsentieren die heidnische Antike, und für die nachbiblische Geschichte stehen König Artus, Karl der Große und der Kreuzzugsheld Gottfried von Bouillon. Von hier verbreitet sich die Gruppe (auch als Neuf Preux oder Nine Worthies) in der Literatur und Kunst des west- und mitteleuropäischen Raumes und darüber hinaus (Krieger 2020; Niedermeier 2024). Die Reihe wird bald erweitert um Neun Heldinnen, deren Personenauswahl regional variiert und neben Herrscherinnen wie Kaiserin Helena auch Heilige wie Elisabeth von Thüringen umfassen kann. Die Helden und Heldinnen treten in einer Vielfalt von Genres, Medien und sozialen Zusammenhängen auf: Ihre literarische Tradition reicht von Jacques Longuyon über Sebastian Brant bis zu William Shakespeare und Miguel de Cervantes. In der visuellen Kultur erscheinen die Neun Helden und Heldinnen an adligen Höfen, in der urbanen Öffentlichkeit an Rat- und Zunfthäusern, in der Buchkultur, als Wandteppiche, Ofenkacheln und Spielkartenmotive.

Die bisherige Forschung hat sich stark auf die Neun Helden als Bildtopos konzentriert. Das Gros der Arbeiten stammt daher aus der Kunstgeschichte (Wyss 1957; Egorov 2018); es wird flankiert von geschichtswissenschaftlichen und philologischen Beiträgen aus der Romanistik und Anglistik (monografisch Schroeder 1971; Anrooij 1997; Sedlacek 1997; Fallstudien Bouwmeester 2013; Karras 2020; Landgrebe 2022; Salamon 2025). Insbesondere die Neun Heldinnen und Fragen der gender politics blieben lange im Schatten der Forschung (das Desiderat unterstreicht Niedermeier 2024), so dass sich gerade hier neue Impulse für ein vertieftes interdisziplinäres und intersektionales Verständnis der Figurenreihe setzen lassen. Gegenwärtig ist ein neu erwachendes Interesse an den Neun Helden und Heldinnen an verschiedenen Standorten innerhalb und außerhalb des deutschen Sprachraums zu beobachten.

Obwohl die meisten Beiträge auf die transkulturelle Dimension des Phänomens verweisen, fehlt es bislang an genuin interdisziplinären Perspektiven. Das Themenheft der Zeitschrift Das Mittelalter antwortet auf dieses Desiderat mit multiperspektivischen, theoretisch fundierten Beiträgen. Das Heft bietet eine Plattform, um die aktuelle Forschung an einem Ort zu bündeln, in einen Dialog zu bringen und der Forschung neue Wege zu bahnen.

Mögliche Themenfelder und Zugriffe

Das geplante Themenheft setzt an den genannten Desideraten an, indem es erstmals die regionen- und disziplinübergreifende Bedeutung der Neun Helden und Heldinnen in den Blick nimmt. Wir gehen aus von der These, dass die Neun Helden und Heldinnen ihre Durchschlagskraft entwickeln, weil sie die Kompaktheit der Reihenbildung mit dem Potenzial verbinden, eine Vielfalt von Narrativen und Sinnbezügen zu entfalten. An den Praktiken im Umfeld der Figurenreihen lassen sich sowohl Stabilisierungen als auch Dynamisierungen in den social imaginaries der jeweiligen Eliten beobachten, so im niederländischen und deutschsprachigen Raum (Baisch/Ratzke/Toepfer 2023) oder in Schottland (Purdie/Wingfield 2018). Dabei wird deutlich, wie eng die Zeitgenossen die Neun Helden und Heldinnen mit historischen und aktuellen politischen Entwicklungen vor Ort verknüpfen. Zugleich entwickeln die Helden und Heldinnen ein narratives Eigenleben; sie werden in ganz unterschiedliche Erzählkontexte inkorporiert und weisen damit eine Beweglichkeit sowohl in ihrer Gesamtheit als auch als Einzelpersonen mit individuellen Geschichten auf (von Contzen 2025).
Durch die inter- und transmediale sowie die transkulturelle Dimension des Gegenstands ist das Thema für eine interdisziplinäre und komparatistische Bearbeitung prädestiniert. Denkbar sind Beiträge aus den folgenden Disziplinen, ohne darauf beschränkt zu sein: Anglistik, Archäologie, Buchwissenschaft, Byzantinistik, Germanistik, Geschichte, Kulturanthropologie, Kunstgeschichte inkl. Architekturgeschichte und Denkmalpflege, Niederlandistik, Romanistik, Theologie. Explizit erwünscht sind Beiträge zu außereuropäischen Traditionen und zu Verflechtungsprozessen, etwa zwischen jüdischer und christlicher Kultur oder im Mittelmeerraum. Wir laden zu Beiträgen ein, die sowohl synchron als auch diachron angelegt sein können, Fallstudien und komparatistische Untersuchungen präsentieren oder bislang unbeachtetes Material bekannt machen. Mögliche Themenfelder und Zugänge sind:

Material-, quellen- und kontextbezogen

  • Genre- und medienübergreifende Dimension: vom Roman über Reihengedichte bis zum Drama, von der Monumentalkunst über die Buchkultur bis zu Spielkarten, auflagenverzierten Steinzeuggefäßen oder Ofenkacheln
  • Politik und Recht: Imaginationen von Herrschaft, guter Regierung und politischer Autonomie
  • Vergleich mit / Relation zu anderen Reihen (z.B. die sieben Kurfürsten, Fürsten- und Herrscherdarstellungen in Rathäusern)
  • Identität und Gemeinschaft: Hervorbringung, Stabilisierung und Neuausrichtung kollektiver Selbstbilder
  • Konzepte von Geschichte und Erinnerung
  • Kulturhistorische Kontexte: An welche bereits etablierten Vorstellungen oder Vorgeschichten kann man im Spätmittelalter anknüpfen (z. B. Artus- und Antikenromane)?
  • ‚Karrieren‘ einzelner Figuren des Kanons, die z. T. eigene Erzähltraditionen ausbilden (z. B. Artus, Alexander, Esther, Penthesilea)
  • Topografie und Topologie: Räume, Orte, regionale Unterschiede
  • Diachroner Wandel: Verändern sich die Eigenschaften der Neun Helden und Heldinnen in
    Abhängigkeit von den historischen Kontexten, in denen sie aktualisiert werden?
  • Akteure und Akteurinnen: Welche sozialen Gruppen oder Personen nehmen die Neun Helden und Heldinnen für sich in Anspruch, instrumentalisieren sie? (Adel, städtische Eliten, Maximilian-Verehrung, humanistische Rezeption)

Theoretisch-methodisch

  • Historisch-narratologisch: Wiedererzählen/Retextualisierung, Reframing, Potenziale der Liste, Narratologie der Figur, story worlds
  • Intersektionale Perspektiven: ständische Distinktion, Herkunft, Gender, Religion
  • Materialbezogen: Was sagen materielle Funde über die ehemaligen Besitzer aus, wie lassen sie sich datieren und welche Funktionen übernehmen die Objekte mit Bezug auf die Neun Helden und Heldinnen?
  • Praxeologie: Praktiken sozialen Imaginierens und der Distinktion in Lektüre, Gestaltung von Büchern und Kunstwerken, Schauspiel-Aufführungen, Durchführung repräsentativer Feste bis hin zu Ratssitzungen und Gerichtsverhandlungen
  • Relation zu verwandten Reihenmodellen in Literatur und Kunst, z. B. De viris illustribus, De mulieribus claris (Boccaccio, Christine de Pizan), Triaden (Burg Runkelstein), Zwölferreihen antiker bzw. alttestamentlicher Herrscher und Herrscherinnen (Hans Sachs, Ausstattung Lüneburger Patrizierhäuser)
  • Globale Perspektive und kulturelle Verflechtung: Vorbilder- und Helden-Reihen abseits der christlichen Kulturen West- und Mitteleuropas

Wir bitten um Abstracts von etwa 300–500 Wörtern für Beiträge in englischer oder deutscher Sprache bis zum 15. Mai 2026. Bitte senden Sie ihre Vorschläge an die Mailadressen der beiden Herausgeberinnen: eva.voncontzen@anglistik.uni-freiburg.de und malena.ratzke@uni-jena.de.

Herausgeberinnen

Prof. Dr. Eva von Contzen (Anglistik, Universität Freiburg)

Dr. Malena Ratzke (Germanistik, Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Bitte beachten Sie folgenden Hinweis: Das Themenhaft erscheint bei Heidelberg University Publishing im Open Access unter der Lizenz CC-BY-SA 4.0.

Zeitlicher Ablauf

15. Mai 2026: Einsendung von Abstracts Ende Juni 2026: Zusage an die Autorinnen und Autoren Mitte November 2026: Einsendung der Beiträge; Weitergabe der Beiträge in die Begutachtung 2.-3. März 2027: Workshop (2 Tage) in Form einer Autorenkonferenz: Diskussion der Beiträge Anfang Mai 2027: Abgabe der auf der Grundlage der Gutachten und der Workshopdiskussion überarbeiteten Beiträge, Lektorat Ende August 2027: Versand der lektorierten Texte zur letzten Prüfung Oktober 2027: Versand der Druckfahnen Dezember 2027: Erscheinungstermin online und im Buchhandel

Anmerkung:
1 Cervantes Saavedra, Miguel de: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha: Roman. Ungekürzte Ausg., Frankfurt a. M. 2008 (Fischer 90007: Fischer Klassik), S. 58.

Literatur (Auswahl)

Anrooij, W. van (1997): Helden van weleer. De negen besten in de Nederlanden (1300–1700).
Amsterdam: University Press.
Baisch, M., Ratzke, M. und Toepfer, R. (2023): „Einleitung“, in M. Baisch, M. Ratzke und R. Toepfer (Hgg.): Von Widukind zur Sassine. Prozesse der Konstruktion und Transformation regionaler von Identität im norddeutschen Raum. Köln u. a.: Böhlau (Forschungen zur Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 4), S. 7–23.
Bouwmeester, G. (2013): „The Nine Worthies in Middle Dutch Miscellanies“, in B. Burrichter u. a. (Hgg.): Aktuelle Tendenzen der Artusforschung. Berlin u. a.: De Gruyter (Schriften der inter nationalen Artusgesellschaft, 9), S. 347–360.
Brant, S. (1968): Tugent Spyl. Nach der Ausgabe des Magister Johann Winckel von Straßburg (1554). Hg. von H.-G. Roloff. Berlin: De Gruyter (Ausgaben deutscher Literatur des 15. bis 18. Jahrhunderts. Reihe Drama, 8.1).
Contzen, E. von (2025): „The Space of the List. The Nine Worthies in Medieval English Literature“, The Chaucer Review 60(4), S. 549–572.
Egorov, A. (2018): „Charismatic Rulers in Civic Guise. Images of the Nine Worthies in Northern European Town Halls of the 14th to 16th Centuries“, in B. M. Bedos-Rezak und M. D. Rust (Hgg.): Faces of Charisma. Image, Text, Object in Byzantium and the Medieval West. Leiden, Boston: Brill (Explorations in Medieval Culture, 9), S. 205–240.
Gruenzel, V. (2025): “Jehan Wauquelin, SirGilbert Hay, and the Medieval Alexander Tradition in the Mid-Fifteenth Century”, Recherches anglaises et nord-américaines 59. http://journals.openedition.org/ranam/1864; DOI: https://doi.org/10.4000/148d3.
Karras, R. M. (2020): „Perfect Men? The Nine Worthies and Medieval Masculinities. Sophus Bugge Annual Lecture 2019“, Collegium medievale 33, S. 5–22. https://ojs.novus.no/in dex.php/CM/article/view/1863.
Krieger, J. (2020): „Neun Helden“, Compendium heroicum. Hg. von A. Aurnhammer u. a. Freiburg i. Br. https://doi.org/10.6094/heroicum/nghd1.0.20201203. Landgrebe, Phillip (2022): „Die neun Helden in der Konstanzer Konzilschronik, Tl. 1–3“, in: Heraldica Nova. Medieval and Early Modern Heraldry from the Perspective of Cultural His tory. https://heraldica.hypotheses.org/author/philliplandgrebe.
Niedermeier, N. (2024): „Neun Heldinnen“, Compendium heroicum. Hg. von A. Aurnhammer u. a. Freiburg i. Br. https://www.compendium-heroicum.de/lemma/neun-heldinnen/.
Purdie, R. und Wingfield, E. (Hgg.) (2018): Six Scottish Courtly and Chivalric Poems, Including Lyndsay’s Squyer Meldrum. Kalamazoo.
Salamon, A. (2025): „L’Istoire des neuf preux princes et seigneurs. A Fifteenth-century Compilation in French from the Low Countries?“, in P. Moran und A. Salamon (Hgg.): Medieval French on the Move. Studies in Honour of Keith Busby. Berlin u. a.: De Gruyter, S. 77–92.
Schmidt, P. (2012): „Historiographie und persönliche Aneignung von Geschichte. Die wiederent deckte Künastsche Handschrift der Straßburger Chronik des Jakob Twinger von Königshofen“, in S. Mossman, N. F. Palmer und F. Heinzer (Hgg.): Schreiben und Lesen in der Stadt. Literaturbetrieb im spätmittelalterlichen Straßburg. Berlin u. a.: De Gruyter (Kulturtopographie des alemannischen Raums, 4), S. 337–378.
Schroeder, H. (1971): Der Topos der Nine Worthies in Literatur und bildender Kunst. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Sedlacek, I. (1997): Die Neuf Preuses. Heldinnen des Spätmittelalters. Marburg: Jonas (Studien zur Kunst- und Kulturgeschichte, 14).
Simon, E. (2015): „Brant’s ‚Tugent Spyl‘ (1518). Notes on the Printing, Dating and Staging of the two-day Secular Morality“, in E. Huwiler, E. Meyer und A. Quak (Hgg.): Wat nyeus verfraeyt dat herte ende verlicht den sin. Studien zum Schauspiel des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. FS Carla Dauven-van Knippenberg. Leiden: Brill, Rodopi (Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik, 75), S. 263–278.
Wyss, R. L. (1957): „Die neun Helden, eine ikonographische Studie“, Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 17, S. 73–106.

english version

I know who I am,” replied Don Quixote, “and I know that I may be not only those I have named, but all the Twelve Peers of France and even all the Nine Worthies, since my achievements surpass all that they have done all together and each of them on his own account.”1

The paradoxical self-praise of the self-proclaimed knight Don Quixote, who in his delusion perceives the world according to the patterns of courtly literature, testifies to the enduring suggestive power of the so-called Nine Worthies and Worthy Women—series of exemplary figures drawn from antiquity, Old Testament Judaism, and Christian history. The envisaged special issue is devoted to the vast popularity of these figure cycles in literature, art, and political culture of the fourteenth to seventeenth centuries. It deliberately moves beyond the familiar motif-historical approach by engaging current historical-narratological, cultural-studies, intersectional, and praxeological perspectives in order to open up new avenues for the analysis of these figure series.

The nine male heroes first appear in Jacques de Longuyon’s Les Vœux du paon (1312/13), an Alexander romance: Judas Maccabaeus, King David, and the prophet Joshua represent the Old Testament; Hector of Troy, Alexander the Great, and Julius Caesar stand for the pagan antiquity; and King Arthur, Charlemagne, and the crusading hero Godfrey of Bouillon represent post-biblical Christian history. From this point onward, the group—also known as the Neuf Preux or the Nine Worthies—spread throughout the literary and artistic cultures of Western and Central Europe and beyond (Krieger 2020; Niedermeier 2024). The series was soon expanded by the addition of the Nine Worthy Women, whose composition varied regionally and could include rulers such as Empress Helena as well as saints such as Elisabeth of Thuringia. The Worthies and Worthy Women appear across a wide range of genres, media, and social contexts: their literary tradition extends from Jacques de Longuyon to Sebastian Brant and on to William Shakespeare and Miguel de Cervantes. In visual culture, the Nine Worthies and Worthy Women appear at aristocratic courts, in urban public spaces such as town halls and guildhalls, within book culture, and on tapestries, stove tiles, and playing cards.

Previous scholarship has focused predominantly on the Nine Worthies as an iconographic topos. Hence the majority of studies originates in art history (Wyss 1957; Egorov 2018, see the call for a selected bibliography), complemented by historical and philological contributions mainly from Romance and English studies (monographs: Schroeder 1971; Anrooij 1997; Sedlacek 1997; case studies: Bouwmeester 2013; Karras 2020; Salamon 2025). In particular, the Nine Worthy Women and questions of gender politics have long been neglected (a desideratum emphasized by Niedermeier 2024), making this area especially promising for generating new impulses toward a deeper interdisciplinary and intersectional understanding of the figure cycle. At present, a renewed interest in the Nine Worthies and Worthy Women can be observed both within and beyond the German-speaking world.

Although most contributions acknowledge the transcultural dimension of the phenomenon, genuinely interdisciplinary perspectives have thus far remained scarce. This special issue of the journal Das Mittelalter, published by the German Association for Medieval Studies, seeks to address this desideratum through multiperspectival and theoretically grounded contributions. The issue aims to provide a platform for bringing together current research in a single venue, fostering dialogue, and opening new avenues for future scholarship.

Potential topics and approaches

The special issue addresses the desiderata outlined above by, for the first time, examining the significance of the Nine Worthies and Worthy Women across regions and disciplines. We start from the hypothesis that the impact of these figure cycles derives from their ability to combine the compactness of serial formation with the potential to unfold a wide range of narratives and layers of meaning. The practices surrounding these figure series reveal both processes of stabilization and dynamics within the social imaginaries of the respective elites, for instance in Dutch- and German-speaking regions (Baisch/Ratzke/Toepfer 2023). Often, the Nine Worthies and Worthy Women were closely connected to both historical and current political developments in their local contexts. At the same time, the figures developed a narrative life of their own: they were incorporated into a wide range of narrative contexts and thus display considerable mobility, both as a collective series and as individual figures with their own stories (von Contzen 2025).

Given the inter- and transmedial as well as the transcultural dimensions of the subject, the topic lends itself particularly well to interdisciplinary and comparative approaches. Potential contributions are welcome from, but not limited to, the following disciplines: archaeology, art history (including architectural history and heritage studies), book history, Byzantine studies, cultural anthropology, Dutch studies, English studies, German studies, history, Romance studies, and theology. We also explicitly welcome contributions addressing non-European traditions and processes of cultural entanglement, for example between Jewish and Christian cultures or within the Mediterranean world.

We invite contributions that adopt either synchronic or diachronic perspectives, present case studies or comparative analyses, or introduce previously overlooked material. Possible thematic areas include:

Material-, source-, and context-based approaches

  • Cross-genre and cross-media: from romance narratives and serial poems to drama; from monumental art and book culture to playing cards and stove tiles
  • Politics and law: imaginations of rule, good governance, and political autonomy
  • Comparison with / connection to similar series (e.g. the seven electors, representations of rulers in city halls or guild halls)
  • Identity and community: the production, stabilization, and reconfiguration of collective self-images
  • Concepts of history and memory
  • Cultural-historical contexts: which established traditions or narrative precedents could be drawn upon in the late Middle Ages (e.g., Arthurian and classical romances)?
  • The ‘careers’ of individual figures within the canon, some of which developed their own narrative traditions (e.g., Arthur, Alexander, Esther, Penthesilea)
  • Topography and topology: spaces, places, and regional variations
  • Diachronic change: do the attributes of the Nine Worthies and Worthy Women shift depending on the historical contexts in which they are reactivated?
  • Actors and agents: which social groups or individuals appropriate and instrumentalize the Nine Worthies and Worthy Women (e.g., the nobility, urban elites, the cult of Maximilian, humanist reception)?

Theoretical-methodological approaches

  • Historical-narratological approaches: retelling/retextualization, reframing, the narrative potential of lists, narratology of character, and story worlds
  • Intersectional perspectives: estate-based distinction, origin, gender, and religion
  • Praxeology: practices of social imagining and distinction in reading, the design and use of books and artworks, theatrical performances, the staging of representative festivities, as well as civic practices such as council meetings and court proceedings
  • Connections to similar serial models in literature and art, such as De viris illustribus, De mulieribus Claris (Boccaccio, Christine de Pizan), triadic cycles (Runkelstein Castle), or series of twelve rulers from antiquity or the Old Testament (e.g., Hans Sachs, the decoration of patrician houses)
  • Global perspectives and cultural entanglements: exemplary or heroic series beyond the Christian cultures of Western and Central Europe.

We invite abstracts of approximately 300–500 words for contributions in English or German by 15 May 2026 (see the CfP on the website for information on the timeline, the author’s workshop, and a bibliography). Please send your proposals to the email addresses of the two editors eva.voncontzen@anglistik.uni-freiburg.de and malena.ratzke@uni-jena.de.

Editors
Prof. Dr. Eva von Contzen (Medieval English Literature, University of Freiburg, Germany)
Dr. Malena Ratzke (Medieval German Studies, University of Jena, Germany)

The special issue will be peer-reviewed and published by Heidelberg University Publishing in open access under the CC BY-SA 4.0 license.

Note:
1 Miguel de Cervantes Saavedra, The History of Don Quixote, translated by John Ormsby. Part I, Chapter 5. London 1885.

Kontakt
Prof. Dr. Eva von Contzen (eva.voncontzen@anglistik.uni-freiburg.de) / Dr. Malena Ratzke (malena.ratzke@uni-jena.de)

Beitrag von: Laetitia Di Pasqua

Redaktion: Ursula Winter