Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026
Aus der Pressemitteilung der DFG:
Drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler erhalten in diesem Jahr den Heinz Maier-Leibnitz-Preis und damit Deutschlands wichtigste Auszeichnung für Forscher*innen in der Aufbauphase ihrer Karriere. Das hat der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn beschlossen. Die Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld von jeweils 200.000 Euro, das sie bis zu drei Jahre für ihre weitere Forschungsarbeit verwenden können. Insgesamt waren 156 Forscher*innen aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Die Auswahl traf der zuständige Ausschuss unter dem Vorsitz des DFG-Vizepräsidenten und Biochemikers Professor Dr. Peter H. Seeberger. Verliehen werden die Preise am 11. Juni in Berlin.
Die Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2026 gehen an:
Professorin Dr.-Ing. Jiska Classen, Mobile and Wireless Security, Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering, Potsdam
Dr. Guillem Domènech Fuertes, Gravitation und Kosmologie, Universität Hannover
Professor Dr. Michael Hahn, Computerlinguistik, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Professor Dr. Benjamin Loy, Romanische Literaturwissenschaft, LMU München
Dr. Isabel Mira Oldengott, Teilchenphysik und Kosmologie, Universität Bielefeld
Dr. Kami Alexander Pekayvaz, Kardiologie, Angiologie, LMU München
Juniorprofessor Dr. Alex Plajer, Polymerchemie, Universität Bayreuth
Juniorprofessor Dr. Dominik Schmid, Stochastik, Universität Augsburg
Juniorprofessorin Dr. Julia Schulte-Cloos, Politikwissenschaft, Universität Marburg
Dr. Luke Dimitrios Spieker, Verfassungs- und Europarecht, HU Berlin
Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich an herausragende Forscher*innen verliehen, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden. Die Auszeichnung soll die Preisträger*innen, die noch keine unbefristete Professur innehaben, darin unterstützen und anspornen, ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen. Gewürdigt wird dabei nicht allein ihre Dissertation, sondern insbesondere, dass sie im Anschluss bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben und mit ihren Forschungsergebnissen die Fachcommunity bereichern, sodass auch in Zukunft wissenschaftliche Spitzenleistungen von ihnen erwartet werden können.
Benannt ist der Preis seit 1980 nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz, in dessen Amtszeit (1974–1979) er erstmals vergeben wurde.
Näheres zum Preisträger aus der Romanistik:
Professor Dr. Benjamin Loy, Romanische Literaturwissenschaft, LMU München
Mit der Globalisierung der Welt ist auch die Globalisierung der Literatur einhergegangen. Romane zirkulieren in den asymmetrischen Strukturen des globalen Buchmarkts als Ware um die Welt. Eine weltweite Leserschaft setzt sich mit literarischer Innovation und fremden Erzählwelten auseinander. Bereits seit seiner Dissertation hat Benjamin Loy neben den Nationalliteraturen Frankreichs und Spaniens wegweisend zu Texten der „neuen“ Weltliteratur aus Lateinamerika geforscht und damit die klassischen Grenzen seines Fachs erweitert. Dabei geht es Loy immer um die ästhetischen Merkmale im Kontext von Ideen-, Sozial- und Kulturgeschichte. Inwiefern folgen Erzählstrategien aus dem Globalen Süden beispielsweise der (westlichen) Vorstellung, dass global rezipierte Literatur der Ausbildung eines kosmopolitischen Weltbewusstseins dienen könnte? Es zeigt sich nicht nur im Werk des Chilenen Roberto Bolaño: Die Erzählwelten und transkulturellen Bezugssysteme von Autor*innen des Globalen Südens stellen westliche Vorstellungen von Literatur, der Welt und des Fortschritts in Frage. Sie schaffen Ästhetiken, die beispielsweise die Folgen von Kolonialismus und Gewalt herausstellen oder alternative Zeitkonzepte zu vermeintlich universellen, westlichen Zeitregimen bieten.
Beitrag von: Benjamin Loy
Redaktion: Ursula Winter