Literarische Mehrsprachigkeit – Europäische Identitätsbildung im Weltbezug (Universität zu Köln)

Wie können durch mehrsprachige Texte und Medien neue Sichtweisen auf etablierte Identitäts- und Weltbilder, kulturelle und politische Ordnungen sowie auf die Möglichkeiten ihrer Gestaltung eröffnet werden? Auf welche Weisen können translinguale und transkulturelle Ausdrucksformen dazu dienen, Migration, Globalisierung, soziokulturelle Vielfalt, Sprachwandel, Klassenzugehörigkeiten, transkulturelle Begegnungen und transnationale Verflechtungen abzubilden und nationale Stereotype zu hinterfragen?

Die interdisziplinäre Ringvorlesung untersucht, wie literarische Mehrsprachigkeit als ästhetische Strategie und kulturelle Praxis zur Verhandlung europäischer Identitäten im globalen Kontext beiträgt. Im Fokus stehen sowohl historische als auch gegenwärtige Perspektiven, die zeigen, wie Stimmen in Literatur, Film, Theater oder digitalen Medien zwischen Sprachen, Kulturen und politischen Räumen navigieren und dadurch neue Formen des Selbst- und Weltbezugs eröffnen.

Ziel der Ringvorlesung ist es zu zeigen, wie Mehrsprachigkeit als transkulturelle Praxis europäische Identitätsvorstellungen reflektiert, erweitert und neue Zugänge zu individuellen und gesellschaftlichen Zugehörigkeiten in einem Europa eröffnet, das sich zunehmend über Diversität und kulturelle Vielstimmigkeit definiert.

Termin:
SoSe 2026, Dienstags, 18.00 bis 19.30 Uhr

Ort:
IBW-Gebäude (Gebäude 211), H 111
Herbert-Lewin-Str. 2, 50931 Köln

Organisation:
PD. Dr. Eva-Tabea Meineke und Dr. Hanna Zehschnetzler

Programm:

21.04.2026
Eva-Tabea Meineke und Hanna Zehschnetzler (Universität zu Köln)
Translinguale Literatur als Weltliteratur

28.04.2026
Anja Bettenworth (Universität zu Köln)
Dreisprachigkeit und kulturelle Identität im antiken Nordafrika und in modernen algerischen Antikenromanen

05.05.2026
Stephan Packard (Universität zu Köln)
Latent sprachlos, phänomenal mehrsprachig: Zur Sprachigkeit von Franchise-Comics in der Unterhaltungsindustrie

19.05.2026
Jörg Schulte (Universität zu Köln)
Mehrsprachigkeit in den Literaturen des slavischen Sprachraums

02.06.2026
Emanuela Anechoum (nonsolo Verlag)
Tangerinn. Lesung und Gespräch
Moderation: Eva-Tabea Meineke, Stefania Acciaioli und Selina Seibel

09.06.2026
Judith Meurer-Bongardt (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
Multilingualität und Intermedialität als emanzipatorische Erzählstrategien in der finnlandschwedischen Literatur

Stephan Michael Schröder (Universität zu Köln)
»The need to survive«. Mehrsprachigkeit in grönländischer Gegenwartsliteratur

16.06.2026
Jürgen Hammerstaedt (Universität zu Köln)
Literarische Sprachenvielfalt in Hellenismus, Kaiserzeit und Spätantike

23.06.2026
Caroline Fischer (Université de Pau et des Pays de l’Adour)
Versuch einer Kategorisierung plurilingualer Literatur

30.06.2026
Klaudia Ruschkowski und Lothar Wekel (Verlag Römerweg)
„Una lingua unica nel suo genere“ – 100 Jahre Nobelpreis für eine mehrsprachige Autorin aus Sardinien: Grazia Deledda heute übersetzen und verlegen
Moderation: Eva-Tabea Meineke, Caroline Lüderssen und Stephanie Neu-Wendel

07.07.2026
Antonella Ippolito (Universität Potsdam)
Musikalisches Schreiben als Ausdruck einer „voix plurilingue“ bei Akira Mizubayashi

14.07.2026
Béatrice Hendrich (Universität zu Köln)
Armenisch als Literatursprache des Osmanischen Reichs und der Türkei

Beitrag von: Selina Seibel

Redaktion: Ursula Winter