Stadt: Guadalajara

Frist: 2026-04-15

Beginn: 2026-09-28

Ende: 2026-10-02

URL: https://www.aleglatam.org/xvii-congreso-aleg-2026/call-for-papers

Diese germanistisch-romanistische Sektion auf dem ALEG-Kongress 2026 (Asociación Latinoamericana de Estudios Germanísticos) an der Universidad de Guadalajara/Mexiko widmet sich den vielfältigen intellektuellen, literarischen und philosophischen Beziehungen zwischen dem deutschsprachigen Raum und Lateinamerika und stellt die Rolle der Germanistik, Romanistik und Philosophie als eng miteinander verflochtene Wissensfelder in den Mittelpunkt. Aus einer interdisziplinären Perspektive untersucht die Sektion, wie deutschsprachige philosophische und literarische Traditionen in Lateinamerika rezipiert, übersetzt, transformiert und neu kontextualisiert werden – und wie umgekehrt lateinamerikanische Themen, Texte und Denkfiguren in der deutschsprachigen Geisteswelt wirken.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Wechselbeziehungen zwischen deutschsprachiger Philosophie und lateinamerikanischen intellektuellen
Traditionen. Analyisiert werden Rezeptionsprozesse, kreative Aneignungen und kritische Weiterentwicklungen, die zu neuen philosophischen, politischen und
ästhetischen Artikulationsformen führen. Gleichzeitig wird der Beitrag literarischer und kulturwissenschaftlicher Methoden aus der Germanistik zur Vermittlung philosophischer Ideen hervorgehoben.
Ein zweiter Schwerpunkt der Sektion richtet den Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Germanistik und Romanistik, insbesondere in Bezug auf Archive,
Quellenbestände und transnationale Forschungsnetzwerke. Literarische und historische Archive – sowohl in Europa als auch in Lateinamerika – werden als
Orte der Begegnung, der Wissensproduktion und der Herausbildung neuer transdisziplinärer Kommunikationsgemeinschaften verstanden.
Durch die gemeinsame Erschließung von Beständen, die systematische Katalogisierung deutschsprachiger Dokumente in Lateinamerika sowie die
Erforschung lateinamerikabezogener Materialien in europäischen Archiven entstehen neue Forschungsachsen, die nur im Austausch zwischen beiden
Disziplinen und beiden Kontinenten möglich sind. Die Sektion greift dabei u. a. folgende Fragen auf:

  • Wie beeinflussen Übersetzungen, Rezeptionslinien und transkulturelle Diskurse die Entwicklung philosophischer und literarischer Konzepte zwischen beiden Weltregionen?
  • Welche Rolle spielen Archive als materielle und metaphorische Räume transnationaler Wissenszirkulation?
  • Welche unentdeckten Quellenbestände bieten Potenzial für neue deutsch-lateinamerikanische Forschungsprojekte?
  • Wie können Germanistik und Romanistik gemeinsam zur Sichtbarkeit kleinerer akademischer Einheiten beitragen und ihre wissenschaftliche und
    forschungspolitische Relevanz stärken?
  • Welche Rolle spielen Netzwerktechnologien für die Erschließung, Digitalisierung und internationale Kooperation zwischen Forschungsgruppen?

Die Sektion versteht diese Dynamiken als Ausdruck eines transkulturellen Wissensdialogs, der beide Disziplinen bereichert und neue Perspektiven auf die
literarischen, philosophischen und historischen Verflechtungen zwischen Lateinamerika und dem deutschsprachigen Raum eröffnet.
Ziel der Sektion ist es, den Dialog zwischen Philosophie, Germanistik und Romanistik zu vertiefen und die vielfältigen deutsch-lateinamerikanischen
Wissensbeziehungen als produktive Räume interkultureller Erkenntnis, akademischer Vernetzung und institutioneller Stärkung sichtbar zu machen. Die
Sektion möchte Impulse für internationale Forschungsprojekte geben, die sowohl die wissenschaftliche Relevanz kleinerer Fachbereiche erhöhen als auch zur
nachhaltigen Etablierung ihrer Positionen in regionalen und globalen akademischen Landschaften beitragen.

Sektionsleitung:

  • Paulo Soethe, Universidade Federal do Paraná, Brasilien
  • Martin Becker, Universität zu Köln, Deutschland
  • Olivia C. Díaz Pérez, Universidad de Guadalajara, Mexiko
  • Patrick Eser, DAAD-Universidad de Buenos Aires, Argentinien

Beitrag von: Patrick Eser

Redaktion: Ursula Winter